Aktives Lieben

Liebesbewusstsein

Liebe Leser,

heute endlich schreibe ich meinen 2. Artikel. Es passiert halt nicht alle Tage, dass man – bzw. ich (denn ich schreibe hier nur über meine persönlichen Erfahrungen) so etwas wie eine nächste „Erleuchtung“ oder „Offenbarung“ – wie ich es in dem Moment für mich empfinde – erfährt.

Wo soll ich beginnen? Als Glücks- und Liebescoach habe ich mich vorerst aus meinen Aktivitäten zurückgezogen, weil ich der Meinung bin, dass man – pardon ich – erst dann ein „wahrer Coach / Meister / Lehrer / Begleiter…“ sein kann, wenn ich selbt vollkommen in Liebe bin. Ich weiß, das ist ein enorm hoher Anspruch.

Vor zwei Tagen bin ich dieser All-Eins-Liebe begegnet. Es fühlte sich unsagbar befreiend an.

Davor trug ich jahrelang eine Sehnsucht in meinem Herzen, mit meinen lieben Mann vollkommen zu verschmelzen. Ich hatte den Wunsch, dass unsere Seelen sich miteinander vereinigen. Eigentlich – so nannte ich es – leben wir zwei in verschiedenen Welten. Wir lieben uns zwar wie Seelenverwandte, aber ich fühlte mich getrennt.

Dieses Gefühl der Trennung ließ meine Seele immer mehr absterben. Auch das ist nur eine verbale Definition, irgendwie mein Gefühl auszudrücken. Da mir dieses Gefühl in vorherigen Beziehungen nicht bekannt war, glaubte ich fest daran, dass die Ursache dafür bei meinem Mann läge. Gleichzeitig wusste ich, dass ich ihn nicht ändern kann. Theoretisch.

Die letzen Jahre habe ich sehr aktiv mit mir „gearbeitet“. (Auch diese Schritte werde ich hier noch veröffentlichen.) Ich glaube, jeder einzelne Schritt, jeder Prozess, jede Verzweiflung, jede Hoffnung war notwendig für mein jetziges Sein. Doch die ewige Grundbasis von allem, die dies alles überhaupt erst möglich macht, ist die Liebe.

Doch mit dieser Liebe war ich trotzdem nicht vollkommen glücklich. Denn mit dieser Liebe fühlte ich die Trennung (in zwei verschiedenen Welten). Wie überwinde ich also diese Trennung hin zur Verschmelzung, wenn die Mauer, die uns trennt, doch vom anderen bzw. um das Herz oder um die Seele des anderen gebaut ist und ich keinen Einfluss auf diese Mauer habe?

Kannst Du nachempfinden, was ich meine?

Ja ich weiß, es gibt so viele Menschen da draußen, die genau wissen, wovon ich hier spreche. Und für Euch, Ihr Lieben, schreibe ich dies hier.

Welche „Erleuchtung“ ist mir also gekommen? Die Emotion der Trennung, das Gefühl, innerlich zu sterben, hat mein Mann nur ausgelöst aber nicht ver-ursacht. Ich kannte das Gefühl also schon, war mir dessen nur nicht bewusst. (Wie oben geschrieben, ich hatte so etwas vorher noch nicht erlebt.) Doch, hatte ich! Und zwar in meinen ersten ein oder zwei Lebensjahren. Ich war getrennt von meiner Mutter. Ich bin mit dieser Emotion (E-Motion = Energie in Bewegung) schon auf die Welt gekommen. Es ist bekannt, dass Babys von der Fürsorge, der Liebe, der Annahme der Mutter – oder einer anderen Bezugs-(Beziehungs-)person  – abhängig sind. Ja eine Beziehung zwischen (einer) Mutter und Kind sind überlebensnotwendig. Meine Mutter hat mich (vielleicht musste sie es) im ersten Lebensjahr in eine sogenannte Wochenkrippe gegeben (ich weiß nicht, wie lange; ich glaube meine ersten Erinnerung beginnen mit dem 3. oder 4. Lebensjahr). Eine Beziehung, geschweige denn ein Urvertrauen konnte ich unter diesen Umständen nie entwickeln. Hinzu kam, dass meine Mutter mich nie lieben konnte – oder wollte. Wie auch immer….

Was hat das nun alles mit meiner Beziehung zu meinem Mann zu tun?

Das „Schicksal“ setzt uns uns die Aufgaben vor, die wir noch nicht gelöst haben. Und wir bekommen diese Aufgaben zu einem Zeitpunkt, an dem wir zur Lösung fähig sind. Offensichtlich hat es 49 Jahre gedauert, ehe ich diese Aufgabe meistern konnte.

Du kannst dir vielleicht vorstellen, dass ich immer – mehr oder weniger – unter dieser Nicht-Liebe, unter dieser Trennung gelitten habe. Es ist kein wirklicher Trost, zu wissen, dass es anderen Menschen genauso geht. Es war nicht nicht möglich bzw. einfach unvorstellbar, dass    i c h   meine Mutter hätte wirklich lieben können.  Für mich war es schon die erste Erlösung, sie, ihr Verhalten, Ihre eigene Geschichte, Ihre Emotionen… zu erkennen, ihr voll und ganz zu vergeben und anzunehmen, dass es so ist wie es ist. Ich werde nie ihre Liebe bekommen, bin aber auch nicht verpflichtet, sie zu lieben. Ic hatte mit dem Thema so weit abgeschlossen. Damit konnte ich – dachte ich – leben.

Dass das nicht ganz richtig war, stellte ich an meinem Schmerz in der Beziehung zu meinem Mann fest. Denn die Lösung, die in der Beziehung zu meiner Mutter bis vorgestern das höchste Maß aller Dinge war, wäre nicht die Lösung für unsere Ehe. Die Disztanz mit meiner Mutter habe ich angenommen, es sein gelasen, wie es ist. Ich wäre wohl nie auf die Idee gekommen, diese Disztanz – die Mauer – selbst aufzulösen.

Das genau war aber meine „Erleuchtung“ . Wie Du vielleicht in meinem Eröffnungsartikel gelesen hast, sind für mich die Momente, die ich als „Erleuchtung“ bezeichne jene, in denen solche Ein-fälle / Inspirationen / starke Gefühle plötzlich da sind.

Plötzlich wusste ich, dass ich selbst diese Emotion des Getrenntseins in mir (fest-)halte. Naklar, wie hätte ich sie sonst so lange fühlen können!? Ich hatte ewig darauf gehofft, dass meine Mutter mich liebt – bis ich diese Hoffnung begraben hatte. Das Lieben sollte also von ihr zu mir kommen. Die Mauer, die ich um meinen Mann herum fühlte, sollte von ihm gelöst werden. Ich fühlte mich völlig machtlos. Doch diese Disztanz oder Mauer kann genauso gut von mir gelöst werden. Ich bin nicht mehr das Kind, dass von der Liebe abhängig ist und machtlos ist. Ich habe jetzt selbst die Macht, Liebe zu schenken. Und zwar – das ist das Wichtigste – indem ich meine Mutter, meinen Mann – und so kann man – ich – es fortführen mit jedem anderen Menschen – indem ich das, was ich am anderen ablehne, annehme. Indem ich die Person mit samt seiner Mauer, mit samt seines oder ihres Verhaltens in mein Herz aufnehme. Das Verhalten, das mir vorher so viel Schmerzen bereitet hatte, anzunehmen – ist für mich die Erlösung.

Wie geht das?

Das passierte alles in Sekunden- vielleich Minutenschnelle, was ich hier versuche seit einer Stunde in Worte zu fassen.

Ich habe das Verhalten, das ich bei der anderen Person (zuerst bei meiner Mutter, dann bei meinem Mann) abgelehnt habe, angesehen. Ich habe es als Wesen, als Energiewesen angeschaut, die Emotion, die aus diesem Verhalten resultiert, erkannt, be-achtet. Es war so glasklar, dass jene Emotionen, jenes Verhalen nach Liebe und Anerkennung schreien, dass ich gar nicht anders konnte, als diese Wesen – samt der Person – in mein Herz zu nehmen. Ich habe sie so sehr gefühlt, dass ich das erste Mal in meinem Leben fühlte, ich liebe meine Mutter! Ich konnte fühlen, wie ich miene Mutter liebe!

Dann ging alles ganz schnell. Ich habe meinen Mann mit allen seinen Wesensanteilen, von denen ich glaubte, sie würden in einer anderen Welt leben, in mein Herz aufgenommen. Ich hatte mich wohl noch nie so befreit gefühlt.

Allerdings stellte ich fest, dass es Zeit und Übung braucht. Diese zwei Personen waren genug. Ich wollte das Ganze auch mit meiner Person wiederholen – das schaffte ich noch nicht. Nun, es war Mitternacht….

So wie jetzt fast 🙂 Aber es wurde Zeit, dass ich dieses Erlebnis mit Euch teile und nicht noch länger warte.

Wenn es dich irgendwie berührt hat, du etwas für dich, für dein Leben, für deine Beziehung – zu wem auch immer – hieraus ziehen kannst. lass es mich bitte wissen. Das motiviert mich, mich weiterhin mitzuteilen. Ich habe lange überlegt, ob ich diese Seite überhaupt mit meinen persönlichsten Erkenntnissen, Prozessen führen soll. Muss nicht sowieso jeder seinen eigenen Weg gehen? Schlussendlich wurde ich von Anja motiviert. Daran habe ich (mal wieder) erkannt, wie wir doch alle eins sind 🙂

In diesem Sinne – Alles Liebe

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