Das Rollenspiel in der Liebe

Die meisten meiner Beiträge (die vorherigen sind auf lebensfreundin.de zu lesen) schreibe ich recht spontan, sehr intuitiv aus meinem gelebten Gefühl heraus. Bei diesem heutigen Beitrag ist das anders. Ansonsten hätte ich ihn schon am 13. Mai in der Nacht geschrieben.

Ich hatte einen Traum

Aus diesem Traum erwachte um 03:40 Uhr und musste unbedingt aufstehen, um die Erkenntnis daraus festzuhalten. Sie war für mich so wichtig, dass ich es nicht wagte, wieder einzuschlafen und sie am Morgen vielleicht wieder zu vergessen. Dieser Traum bzw. die Erkenntnis daraus war mir einfach zu wichtig, Seit dem stehe ich wieder in einer „neuen Welt“ völlig leeren Welt.

Die Welt der Liebe

Wie sicherlich jeder Mensch glaubte ich einfach zu wissen, ob ich einen Menschen wahrhaftig liebe. Ich spreche von dieser Liebe, die einfach in das Leben kommt, ohne dass man sie gesucht hat. Eine Liebe, die einfach ist – völlig egal, wie die Umstände sind. Dieser Liebe ist es auch egal, ob der andere älter, jünger, kleiner, größer, dicker oder auch verheiratet ist. Die Liebe macht keinen Unterschied. Die Liebe ist unabhängig von irgendwelchen Normen, von unserem Ego, von unserem Verstand, von den Emotionen. Sie ist einfach ein Gefühl, ein „Wissen“, das man den anderen liebt – Punkt. Und von dieser realen Liebe aus meiner Vergangenheit träumte ich. Ich habe inzwischen vergessen, was ich geträumt habe, denn ich notierte mir nur meine Erkenntnis daraus. Ich erwachte in dem Moment, als mir dieser geliebte Mensch im Traum einfach einen anderen Namen geben wollte und ich fast einwilligte. Doch genau in diesem Moment erwachte ich – im wahrsten Sinne des Wortes…

Liebe – spielt keine Rolle

Ich habe in meinem Leben immer Männer angezogen, die nie lange blieben. Einige haben mich verlassen, andere habe ich verlassen. Irgendwann fragte ich mich, ob die Männer mich vielleicht nur „benutzen“. Ja ein schreckliches Wort. Ich könnte auch fragen, ob sie nur mit mir gespielt haben. Der ein oder andere sicher; aber auch ich habe mit ihnen gespielt. Um das Wort „benutzen“ nicht zu wählen, könnte ich sagen, gut, für ein Spiel „braucht“ man den anderen. Auch das klingt nicht angenehmer. Es geht hier auch nicht darum, nach dem richtigen Wort zu suchen, sondern dir die Essenz meiner Erkenntnis mitzuteilen. Dafür sind aber diese Vorinformation notwendig.

Mein Traum handelte nun aber von einem Menschen, den ich glaubte zu lieben. Ich „brauchte“ ihn nicht. Ich wusste, dass diese Affaire irgendwann ein Ende finden wird, denn er war und ist verheiratet. Wie ich oben beschrieben habe, Liebe fragt nicht nach Umständen. Mein Verstand hätte, hätte, hätte….NEIN, ich bin überglücklich, dass ich nicht meinem Verstand, sondern meinem Herzen gefolgt bin. Das ist sowieso unsere wahre Aufgabe, zu lernen, unserem Herzen zu folgen….Gut, ich will nicht abschweifen…

Was riss mich so aus meinem Traum, als er mir einen anderen Namen geben wollte?

Ich erkannte unsere Rollen, die wir beide spielten. Und nicht nur das! Ich erkannte plötzlich

Alle Rollen, die ich (unbewusst) mein ganzes Leben spielte.

Und darum teile ich es dir hier mit. DENN, wenn wir erkennen, wirklich erkennen, welche Rollen wir im Lebensspiel spielen und welche Rollen der andere spielt und dann in uns hineinfühlen, wie es ist, sich zu erlauben, die eigene Rolle abzugeben und dem anderen erlauben, seine Rolle abzugeben, dann kommen wir ganz ganz tief zu uns SELBST.

Ich erkannte plötzlich, dass meine Überzeugung der Liebe gar nicht stimmte. Und damit meine ich nicht nur die Liebe zu diesem besagten Menschen, sondern auch die Liebe zu allen und allem. Warum stimmt sie nicht?

Wenn es schmerzt, ist es keine Liebe

Diese Liebe schmerzte mir sehr und doch wehrte ich mich nicht dagegen. Auch andere Liebesbeziehungen zerbrachen mir oft das Herz. Und die Beziehung zu meiner Mutter  – ganz ohne Liebe – schmerzte mir viele viele Jahre lang. ….. Für mich hingen Liebe und Schmerz immer sehr dicht beieinander. Der Schmerz, wenn eine Liebe zerbrach, war für mich – wohl wie für die meisten Menschen – ganz selbstverständlich. Wie könnte es auch anders sein?

Mein Traum führt mich zur Antwort.

Ich habe diesen Menschen nicht geliebt, ich habe ihn „gebraucht“. Wofür? Um den Mangel auszufüllen, den ich im Schmerz fühlte, ohne ihn definieren zu können. Wenn eine Beziehung zerbricht, leiden wir. Wenn eine Liebe nicht erwidert wird, leiden wir. Oder wenn wir uns einfach nur vorstellen, der Mensch, den wir lieben – oder glauben zu lieben – würde uns verlassen, leiden wir.

Und nun kommen die Rollen ins Spiel.

Der andere spielt die Rolle, meinen Mangel auszufüllen. So lange die „Liebe“ lebt, sind wir uns gar keinem Mangel bewusst. Doch wenn sie zerbricht oder es nur Beziehungsprobleme gibt – und wer hat die nicht? – dann können wir uns fragen, was erwarte ich vom anderen? Welche Rolle soll er (für mich) spielen, damit es mir gut geht? Oder welche Rolle spiele ich?

Ich erkannte nach meinem Traum ganz genau, was mir diese Liebesbeziehung gab, womit sie mich ausfüllte, mich wärmte… Und ich erkannte, welche Rolle ich spielte und was mir meine Rolle gab. Nämlich seine Aufmerksamkeit, seine Wertschätzung ….  nicht seine Liebe…. Doch das wusste ich ja. Für mich war es damals keine Frage, dass ich diesen Menschen liebte. Schon allein deswegen fühlte ich mich sehr „reif“, einem Menschen meine Liebe aus tiefstem Herzen zu schenken. Und solch eine Liebe erwartet keine Liebe zurück.

Nun heute sehe ich alles viel klarer.

Diese Erkenntnis ist für mich von unschätzbarem Wert.

In meinem letzten Blog im April schrieb ich von meinem sehnlichsten Wunsch, mit meinem Mann zu verschmelzen. Jeder Wunsch ist ein Zeichen von Mangel. Ich erwarte also, dass mein Mann eine bestimmte Rolle spielt, die uns endlich im selben Universum tanzen lässt. Was soll es mir geben? Eigentlich doch nur ein Gefühl… das ich nicht mit Worten beschreiben kann… Ein Gefühl, angekommen zu sein… in der Göttlichkeit, bei mir, im allEins… Yin und Yan im Eins. Und welche Rolle spiele ich, UM das zu erreichen?

Loslassen – die Rollen loslassen

Vor 10 Tagen hatte ich den Traum. Heute schreibe ich hier. Ich habe mich sehr intensiv in der Zeit damit auseinander gesetzt und gestern darüber meditiert. Diese Meditation hat mir fast Angst gemacht… Aber ich werde sie üben und weiter ins Nichts, in die Quelle, ins Göttliche… tauchen. Ich will versuchen, dir zu beschreiben, was ich getan habe. Vielleicht möchtest du es auch versuchen. Doch vorher möchte ich noch sagen, dass es nicht nur die Rollen sind, die mir bewusst geworden sind, sondern auch die Konzepte, die Spielregeln, sprich die anerzogenen Werte, konditionierten Regeln, gesellschaftliche Normen etc., in denen wir diese Rollen spielen. In der Meditation habe ich sämtliche Rollen sowie Konzepte losgelassen.

Die Meditation:

Ich habe mir bewusst gemacht, welche Rolle ich mir von meinem Mann wünsche (von meiner Mutter wünschte etc…).

Dann sagte ich: „Ich erlaube mir, ihn aus der Rolle zu entlassen.“

Fühlen.

Dann sah ich mir mich in meiner Rolle an, die versucht, das Ziel, die Verschmelzung, die Liebe, die Quelle… zu erreichen.

Erkennen.

Ich sagte: „Ich erlaube mir, mich aus dieser Rolle zu entlassen.“

Wir spielten beide keine Rollen mehr.

Ich beobachte nun meine Gefühle und Gedanken, meinen Körper…mit geschlossenen Augen.

Jede Körperwahrnehmung, jeden Gedanken entließ ich aus seiner Rolle.

Raum und Zeit identifizierte ich „nur ein Konzept, ich erlaube mir, es loszulassen“.

Ich weiß nicht, wie lange ich es getan habe. Ich fühlte mich ohnmächtig, bewegungslos, leicht und auch wieder völlig verwurzelt. Ich fühlte mich abgeschält…. Wenn du es auch machst, lass mich gerne wissen, wie Deine Erahrungen sind.

Nun möchte ich dir auch noch verraten, wie das alles passieren konnte, um dir meine

Wegweiser

an die Hand zu geben. Vielleicht führen sie dich auf deinen Weg.

Ich versuche mich kurz zu halten 🙂

Dieses Gefühl, in einer völlig neuen Welt zu stehen, hatte ich im November letzten Jahres schon einmal. Mein Leben lang war ich davon überzeugt, ich bin auf der Welt, um Liebe zu geben. Deshalb war mir klar, dass ich meine absolute Berufung lebte, als ich als Glücks- und Liebesoach agierte. Im November hatte ich in einem Art Reinkarnatiionsprozess erkannt, was dieses „Liebe geben“ für mich erfüllen sollte. In dem Moment war es erfüllt, meine Berufung war also erfüllt. Ich „brauchte“ nun die Rolle der Liebe-Gebenden nicht mehr 😉

Ein nächster Zeitabschnitt begann. Ich nahm mir vor, das Jahr 2015 konzentriert dafür zu nutzen, weiter mich zu finden. Mich und nicht meine Rolle. Ich lernte Sarah Hadinoto kennen und mit ihr „Den Emotionscode“. Sie wiederum lenkte meine Aufmerksamkeit auf einen Blogartikel von Ute Strohbusch. All ihre Artikel haben für mich „den Nagel auf dem Kopf“ getroffen. Ich kaufte mir das Buch „Königin im eigenen Reich“ von Susanne Hühn. Während ich das Buch durcharbeitete – es ist kein Lesebuch! – hatte ich meinen Traum.

So, puh das war wieder sehr lang. Ich bin selbst sehr gespannt, was das Leben noch so bereit hält.

Alles Liebe dir –

wünscht Arite

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